Immobilienpreise 2021: Corona und die Auswirkungen auf die Immobilienbranche

Bislang zeigt sich der deutsche Immobilienmarkt noch recht unbeeindruckt von der anhaltenden Corona Pandemie. Der befürchtete Preiseinbruch ist ausgeblieben. Mehr noch: Wohnimmobilien legen sogar an Wert zu. Diese positive Entwicklung bestärkt den krisensicheren Ruf von Immobilien hierzulande. 

Bereits in unserem März-Beitrag schrieben wir über die Auswirkung der Corona Krise auf den Immobilienmarkt. Ein halbes Jahr später wollen wir nun erneut einen Blick auf den Trend werfen und Ihnen sagen, wohin sich Nachfrage und Preise für Immobilien in 2021 voraussichtlich bewegen werden.

Inhaltsverzeichnis

• Corona und der Immobilienpreis: Ein Rückblick auf 2020
• Trotzen Wohnimmobilien der Corona Krise?
• Verändern sich Angebot und Nachfrage?
• Wie wirken Zwangsversteigerungen auf den Preis?
• Was geschieht mit leerstehenden Gewerbeimmobilien?
• Fazit: Der Ausblick auf 2021

 

Corona und der Immobilienpreis: Ein Rückblick 

Wer noch zu Beginn des Jahres Angst hatte, Corona könnte die Kauflaune und Immobilienpreise in Deutschland negativ beeinflussen, der wird mit Freude festgestellt haben, dass dies nicht der Fall war – ganz im Gegenteil. Zwar ging die Nachfrage an Immobilien im März zunächst zurück, fing sich aber ziemlich schnell wieder und stieg die Monate darauf sogar an. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass die Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal um etwa 6 % zulegten im Vorjahresvergleich, wie eine Analyse des Verbands deutscher Pfandbriefbanken ergab.

 

Trotzen Wohnimmobilien der Corona Krise?

Wohnraum speziell in Ballungsgebieten ist und bleibt stark begehrt und gleichzeitig begrenzt. Dadurch zeigt sich der städtische Immobilienmarkt recht robust und unbeeindruckt von der Corona Krise. Laut einer Analyse von Immowelt stiegen die Preise von Eigentumswohnungen im ersten Halbjahr 2020 um knapp ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. 

In Städten wie Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt sowie in deren Speckgürteln entwickeln sich die Immobilienpreise besonders gut. Das bestärkt die Annahme, dass Immobilien absolut krisenfest sind. Schon so mancher Rezession wie dem Börsencrash 1929 oder der Wirtschaftskrise 2008 hat der Immobilienmarkt die Stirn geboten. Neben Gold und Aktien gehörten Immobilien zu den Anlageformen, mit denen Vermögen am besten durch diese Krisen zu bringen war. Zwar sanken während den Krisen die Immobilienwerte zunächst und die Renditen waren durch Inflation eher gering, dafür wurde aber die Finanzierung deutlich leichter: Wer in der Zeit hoher Inflation eine Immobilie kaufte, konnte den Kredit durch die Geldentwertung mühelos zurückzahlen. Und sobald sich die Konjunktur erholt hatte, stiegen die Immobilienwerte sofort wieder stark an.

Die Vergangenheit lehrt uns:

• Immobilien sind auch in einer Krise eine exzellente Geldanlage
• Speziell Wohnraum in Ballungszentren erzielt weiter solide Renditen
• Niedrige Zinsen erleichtern die Finanzierung in Krisenzeiten
• Erholt sich die Konjunktur, steigen die Immobilienwerte rasant

Wollen Sie eine Immobilie kaufen? Wir beraten Sie gerne zur Krisenbeständigkeit von Wohneigentum und klären mit Ihnen wichtige Fragen der Finanzierung.

 

Verändern sich Angebot und Nachfrage?

Der aktuell positive Trend auf dem Markt für Wohnimmobilien wird sich voraussichtlich 2021 weiter fortsetzen. Durch die anhaltende Niedrigzinsphase und Skandale wie der um Wirecard auf dem Aktienmarkt sind Nachfrage und Vertrauen in Immobilien ungebrochen.  

Finanzspezialisten wie Ex-Banker und Chef des Wirtschaftsinformationsdienstes Argetra Axel Mohr gehen zudem davon aus, dass sich das Immobilienangebot im kommenden Jahr stark erhöhen wird. Axel Mohr gilt deutschlandweit als der Experte für Zwangsversteigerungen. Er rechnet mit einem Anstieg der Zwangsversteigerungen von mindestens 20 %, weil viele Immobilienkredite nicht mehr bedient werden können – eine Folge der Corona-bedingten Jobverluste und Kurzarbeit. „Pandemiebedingt werden viele Branchen wie Messebau, Hotels und Gastronomie Insolvenzen sehen. Die damit verbundene Arbeitslosigkeit wird private Baufinanzierungen platzen lassen“, so Mohr. 

 

Wie wirken Zwangsversteigerungen auf den Preis?

Steigt die Zahl der Zwangsversteigerungen, besteht durchaus die Chance, beim Immobilienkauf 2021 vereinzelt ein Schnäppchen zu machen. 

Auch Thomas Beyerle, Chefanalyst bei der Immobilienberatungsgesellschaft Catella, rechnet kommendes Jahr mit einem Anstieg der Zwangsversteigerungen. Er schließt jedoch einen marktübergreifenden Preisverfall aus. Immobilien seien weiterhin äußerst krisensichere Kapitalanlagen, die immer noch Renditen von 2 % bringen. Dadurch werde die Immobiliennachfrage das Angebot auch in 2021 übersteigen, wodurch die Preise seiner Meinung nach nicht sinken. Das dürfte viele Verkäufer beruhigen.

 

 

 
 
 

Was geschieht mit leerstehenden Gewerbeimmobilien?

Chefanalyst Thomas Beyerle ist wenig optimistisch bei einem Blick auf Gewerbeimmobilien: „Das Homeoffice ist natürlich eine Gefahr für Gewerbeimmobilien und Büroeinheiten.“ Die Allianz Versicherung kündigte bereits an, bis zu 40 % ihrer Belegschaft ins Homeoffice zu schicken und dadurch 30 % der Büroräume nicht länger zu brauchen. Auch andere Unternehmen finden Gefallen am Homeoffice und wollen dauerhaft ihre Bürofläche reduzieren – nicht zuletzt aus Kostengründen.
Dieses Umdenken macht sich bereits auf dem Immobilienmarkt bemerkbar: Während der Markt für gewerbliche Immobilien in den vergangenen Jahren von einer Flächenknappheit geprägt war, steigt nun die Leerstandquote dramatisch an. Allein in Frankfurt ging die vermietete Bürofläche im ersten Halbjahr 2020 stark zurück und lag mit 116.100 Quadratmetern rund 50 Prozent unter dem zehnjährigen Mittel. Das war der niedrigste Wert seit 20 Jahren.
Doch nicht nur die Nachfrage nach Büroräumen ändert sich, auch die aktuell noch recht hohen Büromieten geben bereits nach. Andreas Pfnür, Professor für Immobilienmanagement an der Technischen Universität in Darmstadt, appelliert daher an die Branche: „In den nächsten zehn Jahren muss sich der Markt aber auch unabhängig von Corona in Richtung Zukunft anpassen.“ Neue Nutzungskonzepte könnten dem Markt die Wende bringen.
Weil zum Beispiel auf dem Markt für Wohnimmobilien nicht so schnell mit einem Nachfragerückgang zurechnen ist, ist häufig eine Nutzungsänderung von Gewerbe- und Büroeinheiten zu Wohnraum vorteilhaft. Eigentümer von gewerblich genutzten Immobilien sollten über eine Nutzenänderung nachdenken, wenn sie langfristig leerstehende Büros vermeiden wollen.
Wollen Sie Ihre Gewerbeimmobilie künftig auch als Wohnraum nutzen? Wir informieren Sie gerne ausführlich zum Thema Nutzungsänderung und erklären Ihnen die Voraussetzungen und benötigten Unterlagen. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin.
Einfach anrufen!
Oder schicken Sie uns eine E-Mail!


Fazit: Der Ausblick auf 2021

Halten wir fest: Corona beeinflusst die Immobilienbranche – wenn auch anders als erwartet. Wohnimmobilien erweisen sich als recht krisensicher. Ihre Nachfrage besonders in städtischen Regionen ist ungebremst. Doch aufgrund des Corona-bedingten Einkommensrückgangs in Deutschland erhöht sich nun die Zahl der Zwangsversteigerungen und damit das Immobilienangebot. Weil die Nachfrage das Angebot nach wie vor übersteigt, sinken die Immobilienpreise aber nicht. Vereinzelt sind zwar Schnäppchen beim Hauskauf möglich, der regionale Immobilienmarkt bleibt jedoch stabil und die Preise steigen.
Der Markt für Gewerbeimmobilien jedoch entwickelt sich in eine andere Richtung. Durch den Lockdown haben viele Unternehmen die Vorzüge des mobilen Arbeitens und des Arbeitens von zu Hause entdeckt. Nach den Corona-bedingten Betriebsschließungen im Frühjahr und den anhaltenden Einschränkungen ist die Lage für viele Einzelhändler, Gewebetreibenden und Gastronomen prekär. In den Innenstädten stehen dadurch vielerorts Gewerbeimmobilien leer. Die Nachfrage wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter sinken, weswegen Nutzungsänderungen von Gewerbe zu Wohnraum schon jetzt sehr attraktiv sind, um Leerständen vorzubeugen.